Ansprache zum 75Jährigen Vereinsjubiläum
Liebe Sportfreunde, Angehörige und Gäste ich begrüße Sie alle sehr herzlich zu unserer Geburtstagsfeier. Ganz besonders freuen wir uns als Gäste in unseren Reihen den Geschäftsführer des Angelfischereiverbandes Ostthüringen e.V., den Sportfreund Heinz Bergner, den Vertreter unseres Bürgermeisters, den Leiter der Abteilung Sport/ Bäder Herrn Rüdiger Krieg und den langjährigen Sponsor für unsere Angelveranstaltungen Herrn Reißenweber begrüßen zu dürfen. Ich hoffe, dass Sie sich unter uns wohlfühlen und dass sie unsere Meinung teilen,
„Angeln ist mehr als nur Fische aus dem Wasser ziehen“.
Liebe Sportfreunde, 75 Jahre Angelverein das ist:
Freude und Entspannung
Interessenvertretung der Angler
Erfolg und manchmal auch Enttäuschung.
| Als am 24. August 1924 21 Angler den Angelsportverein Saalfeld gründeten, war der 1. Angelverein in Saalfeld geboren. Wechselvoll wie die Zeit ist seine Geschichte. An einige wenige Höhepunkte möchte ich heute erinnern. |
| Als Vorsitzender des Angelsportvereins wurde bei der Gründung Herr Oscar Wacker gewählt. Der Vorstand setzte zielstrebig seine im Statut festgelegten Arbeitsschwerpunkte um. So heißt es im § 2: Zweck des Vereins: |
| a) Die Schaffung von Angelgelegenheit für seine Mitglieder. |
| b) Pacht, Erwerb und Bewirtschaftung von Fischgewässern nach Fs-gesetz und seinen Ausführungsbestimmungen. |
Das nächstgelegene Fischwasser , die Saale war zu dieser Zeit vom Mittelmühlwehr bis zum Göritzmühlwehr einschließlich der Lache an einen Herrn Hoy für einen jährlichen Betrag von 200 M verpachtet. Mit einer Eingabe an die „wohllöbliche Stadtverwaltung und Gemeinderat“ bereits 2 Tage nach Vereinsgründung kämpften die Sportfreunde um dieses Gewässer und hatten im Januar 1925 Erfolg, nachdem auf Anfrage der Saalfelder Stadtverwaltung aus Kahla die Antwort kam:
„ Der Angelsportverein ist bestrebt, neben dem Angelsport auch durch Einsetzen von Brut und Setzlingen die Fischzucht zu fördern. Wir hatten deshalb auch keine Bedenken, den Pachtvertrag abzuschließen.“
Der Sitz des Angelsportvereins war die Höferinsel. Im Februar 1935 erhielt der Angelsportverein die Genehmigung zur Errichtung einer Unterkunftsstätte auf der Höferinsel. Noch im gleichen Jahr wurde der Bau beendet und das von nicht viel mehr als 40 Anglern. 1944 konnte der Vorsitzende Max Bohr auch den 10jährigen Kampf um das Gelände auf der Höferinsel erfolgreich beenden.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge denke ich daran, dass dieses Gelände 1945 enteignet wurde. Der DAV hat es zwar zur Nutzung erhalten und es wurde auch bis 1980 genutzt. Dann beanspruchte es der damalige VEB Wema und wir erhielten dafür das wesentlich größere Gelände und Heim am Weidig.
Die Mitgliederzahl des einzigen Angelvereins in Saalfeld wuchs auch in den Kriegsjahren ständig. 1942 waren es bereits 81 und 1944 schon 127. Das Anglerheim wurde zu klein. Nach dem Krieg wurde es umgebaut und in den 60er Jahren renoviert und erweitert. Im Bruthaus wurden zu dieser Zeit jährlich ca.200 000 Stück Forellenbrut gezogen. Unter den aus heutiger Sicht damals primitiven Bedingungen war das eine große Leistung der Sportfreunde.
Nach 1945 teilte sich der Verein in verschiedene Gruppen. Der Stammverein wurde unter dem Namen Ortsgruppe Saalfeld weitergeführt. Die Industriebetriebe waren aber an Betriebssportgruppen interessiert und förderten sie. So wurden die Betriebsgruppen Zeiss, Landbaukombinat, Wema und Rotstern ins Leben gerufen. Die Castingsportfreunde schlossen sich in der BG Post zusammen und die Sportfreunde, die sich hauptsächlich mit der Aufzucht beschäftigten im Angelverein Saalfeld-Süd. Als letztes verließen die Sportfreunde der BG Ernst Thälmann. die Ortsgruppe. Diese Sportfreunde kehrten bereits 1990 zu uns zurück und haben damit einen Schritt getan, über den andere Vereine des Kreisgebietes im Moment noch nachdenken.
Trotz des Aufbaus der neuen Vereine im Stadtgebiet wuchs die Mitgliederzahl in der OG ständig. In den 80erJahren zählten wir 150 – 180 Mitglieder. Davon waren immer 40 – 50 Jugendliche und Kinder. In dieser Zeit wurde dank der Sportfreunde Horst Pfeifer und Ronald Kaiser monatliche Mitgliederversammlungen der Jugendgruppe durchgeführt, in denen die Jugendlichen Techniken des Angelns und gesetzliche Grundlagen besprachen.
Dann griff die Jugend selbst ein. Die Sportfreunde Manuela Schumann, Sven Forner, Jens Schumann und Winfried Gruß bauten einen regelmäßigen Trainings- und Wettkampfbetrieb im Turnierangeln auf und waren viele Wochenenden mit den Jugendlichen unterwegs zu interessantem Kräftemessen auf den Sportplätzen. Diese Veranstaltungen haben das Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt und Freundschaften entstehen lassen, stärkten aber auch das Ansehen des Vereins. Erfolgreiche Sportfreunde in dieser Zeit waren: Steffen Mooz, Uwe Nagel, Steve Höfer und Peter Hartwig.
Mit der DDR-Meisterschaft im Flugangeln wurde 1980 das neue Anglerheim am Weidig eingeweiht, das seit dem unsere Heimstatt ist.
Der größere Platz zog Jugendliche an und jeden Donnerstag konnte man sie auf dem Platz Wurftechniken üben sehen.
Die Irritationen, die 1989/90 im Vereinsleben auftraten haben wir erfolgreich überwunden. Wieder Angelverein Saalfeld wurden wir 1990 ins Vereinsregister beim Kreisgericht Saalfeld eingetragen. Nicht alle Mitglieder haben die Veränderungen mitgetragen. Jetzt notwendig gewordene Beitragserhöhungen schreckten manche ab. Der Bestand des Vereins war aber nie gefährdet. Wir haben uns in unserer Gesellschaft etabliert und können auf wohlwollende Partner in Politik und Gesellschaft rechnen. Wir sind im Präsidium des Angelfischereiverbandes Ostthüringen vertreten und finden in der Stadtverwaltung und in der Unteren Fischereibehörde gute Unterstützung. So erhielten wir einen langfristigen und kostenlosen Pachtvertrag für das Gelände am Weidig. Nach Klärung der Rechtsverhältnisse konnten wir am 26. April 1996 den Pachtvertrag Saale unterzeichnen. Und auch in diesem Vertrag wurden anglerfreundliche Bedingungen ausgehandelt und bestätigt.
Mit Stolz können wir aber darauf verweisen, dass wir uns vor Arbeit nicht scheuen. Der jährliche Tag der sauberen Saale findet bei allen Gremien Anerkennung und Unterstützung. Die Bewirtschaftung der Saale, in die wir jedes Jahr mehr in ebenfalls gepachteten Bächen aufgezogene Bachforellen einsetzen können, macht das Gewässer attraktiv und fördert einen guten Eindruck von unserer Stadt.
Jedes Jahr führt unser Verein einen Lehrgang zur Vorbereitung auf die Prüfung zum Erwerb des Fischereischeines durch. Damit fördern wir den Anglernachwuchs und führen weitere Menschen an unsere naturverbundene Freizeitbeschäftigung heran. Das ist in einem Satz leicht gesagt, bedeutet aber für einige Sportfreunde acht arbeitsreiche Wochenenden.
Liebe Gäste, liebe Sportfreunde, ein Verein lebt von der Aktivität seiner Mitglieder und seines Vorstandes. Da die Vorstände immer ein bisschen mehr Arbeit leisten dürfen, möchte ich heute nicht versäumen, Ihnen ein anerkennendes Wort zu widmen. Ihre Liebe zum Verein und ihre Einsatzbereitschaft verdanken wir die 75jährige Geschichte unseres Vereines.
Den 1. Vorsitzenden Oscar Wacker habe ich schon genannt. Auch seinen Nachfolger Max Bohr. Ich möchte aber auch nicht versäumen, ihren Nachfolgern zu danken. Ich erinnere mich noch gut an den Sportfreund Karl Preßler. Er hat einige von uns in den Verein aufgenommen. Durch seinen straffen Führungsstil haben wir in keiner Versammlung die Zeit totgesessen. Mit anderen Worten :Es war nie langweilig. Ihm folgten die Sportfreunde Günter Schumann und als er den Kreisfachausschuss übernahm Heinz Weidermann. Auch wenn beide nach vielen Jahren die aktive Leitungstätigkeit aufgegeben haben, stehen sie uns auch heute noch bei schwierigen Fragen mit Rat und Tat zur Seite.
Das sind die Namen die mir noch bekannt oder aus den vorhandenen Unterlagen ersichtlich sind. Sollte ich jemanden nicht erwähnt haben ist es auf keinen Fall böser Wille.
Zusammenfassend möchte ich sagen, wir können stolz sein auf unsere Geschichte. Auf das dieser Stolz auch zum 100. Geburtstag des Vereins bei unseren Nachkommen noch vorhanden sein kann, dafür arbeiten wir jetzt.
Eines Tages werden sich sicher die Saalfelder Vereine wieder zusammenfinden. Überlegungen dazu sind in manchen Vereinen schon vorhanden. Geschichtliche Entwicklungen sollten aber nicht unberücksichtigt bleiben. es muss zusammenwachsen, was zusammengehört. die gemeinsame Arbeit in der Pachtgemeinschaft ist eine gute Grundlage. Ungeduld und Hektik wären hier vollkommen fehl am Platz.